Um mit dem Motorrad zu fahren braucht man bekanntlich einen Führerschein, nur gibt es bei jungen Menschen unter 24 ein paar Besonderheiten, was das Thema Leistung des Motorrades angeht.
Im Gegensatz zu Autos, die man ab 18 vollkommen unbegrenzt fahren kann (natürlich nur mit Lappen und unter Beachtung der Verkehrsregeln) sieht es bei Motorrädern etwas komplizierter aus. Hat man also stolz mit etwa 18 Jahren seinen A2 Führerschein gemacht, hat sein Motorrad mit bis zu 48 Ps gefahren und möchte nach der Probezeit etwas größeres fahren, so muss man wieder einmal zur Fahrschule zuckeln, einen neuen Prüfantrag stellen ein, zwei Fahrstunden nehmen und eine weitere Prüfung ablegen. Soweit so einfach und eigentlich eine Sache, die mit Bearbeitungszeit nicht einmal 3 Monate dauert…. Nicht bei uns.
Sage und schreibe ein halbes Jahr vor Abfahrt, um genau zu sein Anfang Oktober 2024. gab Fynn also seinen Antrag bei der Behörde ab, die sich Ende des Monats dann bei ihm beschwerte, dass die Fahrschule die anfallenden Kosten nicht beglichen hatte. Nach Klärung mit der Fahrschule musste also ein neuer Antrag gestellt werden, dieser konnte jedoch nur persönlich und mit Termin abgegeben werden, was erst etwa einen Monat später der Fall war. ( Wer aufgepasst hat merkt also es ist mittlerweile Mitte November, tolles Motorradwetter) aber damit war der Antrag ja noch nicht genehmigt, nein dies dauerte in der Theorie etwa einen Monat…
Gute drei Monate später, sprich Mitte Februar, das Wetter wurde besser, die Zeit wurde knapper und wir etwas ungeduldig, hatten wir immer noch keine Antwort was den Antrag anging. Nach unzähligen versuchen seinen Fahrlehrer an zu rufen erfuhr Fynn schließlich, dass die bisherige Fahrschule aufgekauft wurde. Später stellte sich nach weiteren unzähligen Telefonaten und Einmischung meinerseits heraus, dass beim übernehmen der Fahrschule irgendjemand verpasst hatte Fynn beim TÜV um zu melden. Nachdem das nun geklärt und der Antrag somit genehmigt war, blieb nun die Frage nach Fahrstunden und Prüfung.
Mittlerweile war es bereits Mitte März und nach weiteren zahllosen Anrufen, stellte sich heraus das Fahrstunden aufgrund von Urlaub seitens des Lehrers erst in etwa einem Monat, um genau zu sein am 17.4.25, möglich sein. Ich erinnere nur kurz an das geplante Abfahrtsdatum keine zwei Wochen später. Nachdem wir uns wieder einmal die Ohren wund telefoniert hatten, den Büro Mitarbeiter und den Chef der Fahrschule weichgekocht hatten. Versprach dieser voller Verständnis sich nach seinem zweiwöchigen Urlaub höchst persönlich um alles zu kümmern.
Wer glaubt jetzt würde alles gut irrt sich jedoch gewaltig. Die zwei Wochen waren vergangen und am genannten Datum versuchten wir mal wieder verzweifelt die Fahrschule zu erreichen. (Ich glaube im übrigen das ich meine Freundin Ella mit meinem ständigen Fluchen über die Situation, während unseres Treffens an diesem Tag sehr belustigt habe) Auf dem Heimweg aus der Stadt fuhr ich jedenfalls kurzer Hand am Büro vorbei wo ein Zettel hing „Wegen Krankheit heute geschlossen“.
Tja kann passieren also am nächsten Tag wieder angerufen. Was ich dort allerdings zu hören bekam löste nur noch ein ungläubiges Lachen bei mir aus, erzählte man mir doch tatsächlich das der Leiter der Filiale gekündigt hatte oder wurde (ganz schlau wurde ich aus den Schilderungen nicht) und somit kein weiter Termin vor dem 17, der immer noch über 2 Wochen hin war, möglich sei. Also habe ich anschließend sämtliche Fahrschulen in der Umgebung kontaktiert von denen die einen keine Zeit, die nächsten keine Motorräder und die letzten keine Wechsel der Schulen anboten.
Ums mit einem Satz zu sagen wir waren am Arsch.
Uns blieb also nichts außer den 17. ab zu warten nur um gesagt zu bekommen, dass Fynn offensichtlich Motorrad Fahren kann und nun der TÜV sich aber weigern würde einen Prüfungstermin raus zu rücken. Weitere 5 Stunden Diskussion und einem Haufen sarkastischer Harry Potter Zitate später, hatten wir endlich einen Termin am 17.5.25. Sage und schreibe 17 Tage nach unserer geplanten Abfahrt.
Doch glaubt bloß nicht jetzt sei alles geklärt, einfach Prüfung bestehen und los geht’s, dann irrt man sich nämlich genau so sehr wie wir. Ne ne das Schicksal hatte mal wieder andere Pläne, dabei spielen Kleinlichkeit wie die unfreiwillige Zusatzfahrstunde führ ein Motorrad mit dem die Prüfung plötzlich gefahren werden sollte und welches dann am Prüftag liegen blieb, keine all zu große rolle. ( ich stand nur noch kopfschüttelnd daneben.)
Viel problematischer war der Fakt den wir nach bestandener Prüfung zu hören bekamen, nicht nur hatte der LBV den Führerschein nicht an den TÜV weiter gegeben, nein er hatte auch noch bis einschließlich Dienstag geschlossen, sprich weitere 4 tage warte Zeit.
Am Mittwoch den 21.5 ging es also mal wieder zum LBV, die Prüfbescheinigung über den Tresen geschoben, der Mitarbeiter kannte uns schon, jaaaaa und dann kam der letzte schlag in die Magengrube. Statt uns den Führerschein endlich aus zu händigen wurde seine Mine immer finsterer, bis er schließlich meinte, „ Ich weiß nicht wieso aber satt des Motorradführerscheins um den es ja die ganze zeit geht, habe ich jetzt hier nur einen Autoführerschein“. Wer mich kennt kann sich meine Reaktion ausmalen, allen anderen erspare ich eine ausführliche Beschreibung meines Fluchens. Immerhin war der junge Herr sehr hilfsbereit, nachdem er kurz verschwand um etwas zu klären, kam er mit der Neuigkeit zurück, dass statt den üblichen vier Wochen ein express Versand in weniger als einer Woche möglich sei, natürlich mit Aufpreis und Zusatzkosten für anderen Kram in der gleichen Verbindung. Ich sage nur so viel, ich habe die entstandene Rechnung Nachmittags dann bei der Fahrschule vorbei gebracht und nach der ansage meinerseits, hieß es dann, dass sich um die Überweisung der entstandenen kosten gekümmert werde.
Am Donnerstag den 27.5.25 hielten wir dann den richtigen Führerschein in unseren Händen und am 29.5.25 fuhren wir endlich los, 29 Tage nach dem geplanten Abfahrtsdatum…
Achso auf das Geld warten wir übriegens immer noch.
