Egal wie oft man losfährt, am Abend davor ist man irgendwie immer super aufgeregt. Es geht einem so viel durch den Kopf: Werden wir Schlafplätze finden? Wie werden die fremden Länder werden? Wen werden wir treffen? Wie können wir Geld verdienen? Was, wenn etwas kaputt geht? Und natürlich noch viel mehr. Aber auf der anderen Seite kennen wir das ja alle: Man fängt etwas Neues, Unbekanntes an und man hat tausend Fragen und Szenarien im Kopf. Was hilfts, irgendwann muss man Anfangen, sonst kommt man nicht weiter und außerdem wird es eh immer anders als gedacht. Egal ob Positiv oder Negativ, der erste Schritt zählt, dann ist man im Tun und kann etwas ändern.
Tja, die beiden Tage vor Abfahrt waren chaotisch und stressig, wir hatten noch viel zu tun und irgendwie auch einiges bis zum Ende verdrängt… Wie Carsten so schön sagt „Ihr seid echt unorganisiert“. Naja, kann ich nix gegen sagen, wollten wir doch eigentlich schon alles grob gepackt haben und gegen Mittag los. Schlussendlich war es 5 Uhr Nachmittags. Wobei ich auch zugeben muss, wir waren beim Packen zwischendurch so genervt, dass wir überlegten, erst am nächsten Tag loszufahren. Aber dann war doch alles gepackt und wir machten uns auf den Weg. Auch Abschiede werden nicht einfacher nur weil man es schon mal gemacht hat…
Wir entschieden uns, ausnahmsweise das erste Stück über die Autobahn zu fahren, und die erste Ausfahrt nach dem Elbtunnel zu nehmen, um dann über Land Richtung Bremen zu fahren. Kaum von der Autobahn runter verfuhren wir uns auch prompt, was aber einen schönen Nebeneffekt hatte. In Hamburg gibt es eine kleine Kirche, die St. Gertrudkirche in Altenwerder. Sie ist zusammen mit dem kleinen Friedhof drum herum das einzige, was von dem ehemaligen kleinen Fischerdorf übrig geblieben ist. Ich bin schon unzählige Male an dieser kleinen Kirche vorbei gefahren, da man sie von oben von der A7 aus sehen kann, und kannte die Geschichte, dass sie vom Ausbau des Industriehafens verschont wurde, durch meinen Vater. Was ich nicht wusste: Man kann tatsächlich einfach so hin fahren. Ich dachte immer, sie wäre auf irgend einem Betriebsgelände, aber weit gefehlt. Tatsächlich sind wir aus Versehen fast direkt daran vorbei gefahren und spontan kurz abgebogen, um sie uns beim Beine vertreten mal von Nahem anzusehen. Am 7. September 2025 ist die Kirche wiedereröffnet worden.
Nach dem kurzen Spaziergang ging es für uns dann weiter Richtung Bremen. Bis auf ein paar witzige Ortsnamen wie
„Wohnste an der Ramme“ und „Sauensiek“ erstmal nichts Besonderes.
In Bremen angekommen gönnten wir uns zur Feier des Tages zwei Dönerteller und suchten uns anschließend einen Schlafplatz an einem kleinen Fluss in der Nähe von Bremen. Erst waren wir uns unsicher, ob wir wirklich da bleiben wollen, da ein anderes Fahrzeug auf dem Parkplatz etwa 15 min rum stand ohne dass jemand ein- oder ausstieg, was uns irgendwie merkwürdig vorkam. Aber nachdem der Wagen endlich fuhr, entschieden wir uns, dort zu bleiben und schlafen zu gehen. Bis auf Regen und ein bisschen Wind hatten wir eine ruhige Nacht und so endete unser erster Tag mit Momo auf dem Weg Richtung Spanien.
