Schweden Part 1

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Füchsen auf abwegen

Nachdem wir über die Öresundbrücke nach Schweden gefahren sind, ging es für uns auf einen Campingplatz mit direktem Blick auf die Brücke und das Meer. Da wir abends recht spät ankamen und noch lange mit Aufbau und Kochen beschäftigt waren, gestaltete sich der folgende Morgen recht stressig. Wäsche waschen, duschen, frühstücken, Wäsche trocknen, abbauen und packen, und zwar alles bitte vor 12 Uhr, da dies die späteste Checkout- Uhrzeit war. Ich darf verraten, normalerweise lassen wir es morgens DEUTLICH entspannter angehen. Naja, irgendwie haben wir es geschafft und sogar noch den Großteil unserer Batterien aufgeladen bekommen.

Draußen nahmen wir uns erst einmal Zeit, fünf Minuten durchzuatmen, und anschließend ein paar Sachen vernünftig zu verstauen. Wir hatten einiges nur provisorisch irgendwie aufs Motorrad geschmissen, um es zeitlich zu schaffen. Dann ging es los, denn Wasserfälle sind eine Sache, die Fynn und ich super toll finden, weswegen wir uns Richtung Norwegen, aber noch in Schweden, einen schönen ersten von eben jenen anschauen wollten.

Die Motorräder gestartet, fuhren wir die ersten Meter bis mir auffiel, dass mein kompletter Schlüsselbund vorne am Zündschloss hing und nicht, wie sonst, der Großteil in meiner Beintasche. Also, noch mal anhalten, den Karabiner meines Schlüsselanhängers öffnen und den restlichen Teil wieder in meiner Tasche verstauen.

Ihr fragt Euch jetzt, warum ich so ein nebensächliches Detail erzähle? Es war ein „Schlüsselmoment“ für die nächsten Tage. Statt an meinem Schlüssel zu bleiben, viel mein kleiner Fuchsanhänger von mir unbemerkt auf den Fußboden und blieb dort liegen während ich weiter fuhr, um mir den Wasserfall anzuschauen. Erst Stunden später, nachdem wir nicht nur einkaufen waren und Raben fotografierten, (was hier übrigens super geht, da sie unglaublich zutraulich sind) sondern auch eine ziemliche Strecke hinter uns gebracht hatten, viel mir am Shelter auf, dass mein kleiner Fuchs verschwunden war. Schnell war klar, dass die einzige Situation in der er auf Abwege geraten sein konnte, die Aktion kurz vor dem Campingplatz gewesen sein konnte. Wer Fynn und mich kennt weiß, dass es für uns völlig klar war, dass wir zurück fahren und den kleinen Ausreißer suchen mussten. Also ging es etwa 120 km über die Autobahn zurück. Normalerweise nutzen wir nur Landstraßen, wenn es geht. Zurück am Campingplatz hatten wir Glück und fanden den Frechdachs schnell wieder.
Um nicht den ganzen Weg ein drittes Mal an diesem Tag zu fahren, beschlossen wir, das Internet nach einem Shelter für die Nacht zu fragen, und fuhren stattdessen Richtung Ystad. Den Wasserfall hatten wir bis dahin noch nicht gesehen…

Am nächsten Tag entschieden wir uns, die grobe Richtung beizubehalten, und ein nahe gelegenes Stein Fled zu besuchen, das wahrscheinlich ein Winkinger-Grab ist. Also fuhren wir Richtung Osten immer grob an der Küste entlang, bis wir kurz vor Kåseberga an einem Feld vorbei fuhren. An sich nichts besonderes, bis auf den Feldberegner, der sein Wasser direkt auf die Straße warf. Und wenn ich sage „warf“, dann meine ich nicht diesen lächerlichen Sprühregen, den so ein süßer Rasensprenger macht, sondern so einen richtigen Platzregen.
Woher ich das weiß? Ich bin durchgefahren. Etwas anderes blieb mir nämlich nicht übrig, und ich sage Euch: Ich war klatschnass! Einmal geduscht, mit Motorrad und Motorradklamotten. Diese unerwartete Dusche hat mich völlig verwirrt.

Die Folge war, dass ich es zwar noch schaffte, die nächste Abfahrt zu nehmen, aber nicht wirklich mitbekam, wie wir an einem großen Parkplatz vorbei fuhren. Stattdessen sah ich ein paar Meter weiter ein handgeschriebenes Schild mit den Worten „Vanlife & Outdoorgear“ und bog auf eine kleine Schotterstraße ab. Während fynn kurz weiter gerade aus fuhr um sich um zu sehen folgte ich meiner Neugier. Da die Parkplätze in dieser Straße und vor dem Laden alle mit „Privat“ ausgeschildert waren, drehte ich. Nachdem ich noch ein zweites Mal wendete und sah, dass jemand aus dem Laden kam, hielt ich auf der Straße an, um zu fragen, wo man denn parken könnte. Dummerweise bekam ich nicht mit, dass hinter mir ein schwedisches Auto durch wollte. Da ich meinen Motor ausgeschaltet hatte, um besser fragen zu können, schob ich mein Motorrad eben zwei Meter zur Seite, nur um von einem wütenden Schweden angeschrien zu werden, dass ich hier nichts zu suchen hätte, dies eine private Straße sei und ich ja komplett blöd sein müsste. So überfahren mit dieser Situation, fing ich prompt an, mich auf Deutsch zu rechtfertigen, was ihn nicht gerade milder stimmte. Nach einigem hin und her fuhr er zum Glück weiter.
Der Ladenbesitzer, der die ganze Zeit vor mir stand, schüttelte nur den Kopf und meinte, ich solle mir nichts daraus machen. Es stellte sich heraus, ich hatte tatsächlich übersehen, dass gegenüber von dem Schild des Ladens ein Privatstraßenschild hing, und das ich von dem Herrn wohl für einen der Touris gehalten wurde, die versuchen, den Parkkosten zu entgehen, in dem sie in den Privatstraßen den Anwohnern die Parkplätze weg nehmen.
Ach ja, und weil mein Timing an dem Tag besonders gut war, wollte der Besitzer eigentlich gerade den Laden schließen. Betonung liegt auf eigentlich, denn er ließ mich wissen, dass wir unsere Motorräder auf dem Parkplatz, an dem wir ja schon vorbei gekommen waren, abstellen können, und er seine Hintertür offen und mich noch in den Laden schauen lassen würde.
Da Fynn lieber auf dem parkplatz wartete lief ich alleine zurück zu dem kleinen Laden Drinnen fand ich einen komplett auf Vanlife ausgerichteten, kleinen, liebevoll eingerichteten Laden dessen Besitzer bis heute in dem daneben stehenden Van lebt. Dort suchte ich mir zwei Sticker aus, die wohl von seiner Tochter explizit für diesen Laden angefertigt wurden und die die Schiffsbeisetzung in der Nähe zeigen. Eine kleine feine Erinnerung an diese verrückte Situation.

Wenn euch das Schiffsgrab interessiert, was wir natürlich auch noch besucht haben, findet ihr es hier.
Ausnahmsweise führt der Link zu einem Wikipedia Artikel. Die Schiffsbeisetzung ist leider nicht mit wirklichen Infos versehen, weshalb ich mich nach einigem Überlegen dazu entschieden habe, hier nur einen Artikel von Wikipedia zu verlinken.

Ein paar eigene Gedanken teile ich trotzdem noch mit euch.
In Schweden fahren wir immer wieder an kleineren Stein-Gräbern verschiedenen Alters vorbei. Traurigerweise verbindet mehrere von diesen, und so leider auch Ale Stena, das Schicksal, dass unwissende Menschen die historischen Gräber verändert und teilweise sogar auf eigene Faust umgesiedelt haben. So kommt es, dass es zwar viele Funde aber wenig Wissen über die einzelnen Fundstellen gibt, was vor allem für Geschichts-Nerds wie Fynn und mich frustrierend ist. Tja, und dann kommt noch dazu, dass das mangelnde Wissen und die Schaulust mancher Menschen dafür sorgt, dass Kinder auf den Steinen herum klettern, was mir ehrlich gesagt etwas das Herz bricht, schließlich klettere ich ja auch nicht auf den Grabsteinen irgendwelcher Menschen herum.

After travelling over the Öresund Bridge to Sweden, we went to a campsite with a direct view of the bridge and the sea. As we arrived quite late in the evening and were busy setting up and cooking for a long time, the following morning was quite stressful. Laundry, showers, breakfast, drying clothes, dismantling and packing – all before 12 noon, please, as this was the latest check-out time. I can reveal that we normally take a much more relaxed approach in the morning. Well, somehow we managed it and even got most of our batteries charged.

Once outside, we took five minutes to take a deep breath and then put a few things away properly. We had only thrown a few things onto the motorbike in a makeshift fashion to make it in time. Then we set off, because waterfalls are something that Fynn and I really love, which is why we wanted to see a nice first one in the direction of Norway, but still in Sweden.

We started the bikes and drove the first few metres until I noticed that my entire bunch of keys was hanging from the front of the ignition lock and not, as usual, most of them in my leg pocket. So I had to stop again, open the carabiner on my key fob and put the rest back in my pocket.

You’re wondering why I’m telling you such a minor detail? It was a ‘key moment’ for the next few days. Instead of staying on my key, my little fox pendant fell unnoticed onto the floor and stayed there while I drove on to see the waterfall. It wasn’t until hours later, after we had not only gone shopping and photographed ravens (which is great here, by the way, as they are incredibly trusting) but had also travelled quite a distance, that I realised at the shelter that my little fox had disappeared. It quickly became clear that the only situation in which he could have gone astray was the action just before the campsite. Anyone who knows Fynn and me knows that it was absolutely clear to us that we had to drive back and look for the little runaway. So we drove about 120 km back on the motorway. Normally we only use country roads when we can. Back at the campsite, we were lucky and quickly found the cheeky dog again.

To avoid driving all the way a third time that day, we decided to ask the internet for a shelter for the night and drove towards Ystad instead. We hadn’t seen the waterfall yet…

The next day we decided to stick to the rough direction and visit a nearby stone fled, which is probably a Winkinger grave. So we drove eastwards, roughly along the coast, until we passed a field just before Kåseberga. Nothing special in itself, except for the field sprinkler, which threw its water directly onto the road. And when I say ‘threw’, I don’t mean that ridiculous drizzle that a cute lawn sprinkler makes, but a real downpour.
How do I know that? I drove through it. I had no other choice, and let me tell you: I was soaking wet! Once showered, with motorbike and motorbike clothes. This unexpected shower completely confused me.
As a result, although I managed to take the next exit, I didn’t really notice how we drove past a large car park. Instead, a few metres further on, I saw a handwritten sign with the words ‘Vanlife & Outdoorgear’ and turned off onto a small gravel road. While fynn drove straight on for a moment to have a look round, I followed my curiosity. As the car parks in this street and in front of the shop were all signposted as ‘Private’, I turned round After turning round a second time and seeing someone coming out of the shop, I stopped on the street to ask where I could park. Unfortunately, I didn’t realise that a Swedish car was trying to pass behind me. As I had switched off my engine to be able to ask better, I pushed my motorbike two metres to the side, only to be shouted at by an angry Swede that I had no business here, that this was a private road and that I must be completely stupid. So overwhelmed by the situation, I promptly started to justify myself in German, which didn’t exactly make him feel any better. Fortunately, after some back and forth, he drove on.
The shop owner, who had been standing in front of me the whole time, just shook his head and told me not to worry about it. It turned out that I had actually overlooked the fact that there was a private road sign opposite the shop and that the gentleman had probably mistaken me for one of those tourists who try to avoid the parking charges by taking parking spaces from local residents in private streets.
Oh yes, and because my timing was particularly good that day, the owner was actually just about to close the shop. Emphasis on actually, because he let me know that we could leave our bikes in the car park, which we had already passed, and that he would leave his back door open and let me look into the shop. As Fynn preferred to wait in the car park, I walked back to the little shop on my own. Inside I found a small, lovingly furnished shop that was completely dedicated to vanlife and whose owner still lives in the van next door. There I picked out two stickers, which were probably made by his daughter especially for this shop and show the ship burial nearby. A nice little reminder of this crazy situation.

If you are interested in the ship burial site, which we also visited, you can find it here.
For once, the link leads to a Wikipedia article. Unfortunately, there is no real information about the ship burial, which is why, after some thought, I decided to only link to a Wikipedia article here.

Nevertheless, I’ll share a few of my own thoughts with you.
In Sweden, we keep driving past small stone graves of various ages. Sadly, several of them, including Ale Stena, have the fate that ignorant people have changed the historical graves and sometimes even relocated them on their own initiative. As a result, there are many finds but little knowledge about the individual sites, which is particularly frustrating for history nerds like Fynn and me. Well, and then there’s the fact that some people’s lack of knowledge and curiosity means that children are climbing around on the stones, which honestly annoys me.

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