Ein paar tage in den Niederlanden

Ein paar tage in den Niederlanden

Die nächsten Tage ging es bei schlechtem Wetter Richtung Groningen. Meine Mütze ging bei einem verregneten Spaziergang verloren und wir waren die Tage immer wieder damit beschäftigt, Dinge zu besorgen, die wir noch brauchten. Wir sind ja losgefahren sobald es möglich war und da denkt man halt nicht an alles. Vom schlechten Wetter getrieben ging es dann Richtung Zaanse Chans wo wir einen sonnigen Tag verbrachten. Das war einmal eine historisches Industriegebiet in dem mehrere alte Windmühlen bis heute erhalten sind. Eigentlich echt hübsch, jedoch vollkommen von Touristen überlaufen und das Parken kostete uns sage und schreibe 15€. Immerhin konnten wir uns noch ein wenig die Stadt anschauen. Wir erfuhren, dass die grüne Farbe der Häuser, ähnlich wie in Norwegen die rote, auf die Bestandteile der damaligen Farbe zurück zu führen ist. Wurde in Norwegen früher Eisenoxid genutzt, welches die typische rote Farbe ergibt, so wurde in den Niederlanden Kupferoxid und dadurch grüne Farbe genutzt. Eines haben beide Farben gemeinsam: Sie schützen das darunter liegende Holz. Und noch etwas haben beide Länder gemeinsam: In beiden wurde geschummelt was den Prunk angeht. So wurde in Norwegen beispielsweise das teure Weiß,  was sonst nur für Wohnhäuser genutzt wurde, teilweise vorne zur Straße hin aufgemalt und hinten das günstigere Rot. In den Niederlanden wurden die Dachgiebel durch eine Platte nur vorne prunkvoll dekoriert (siehe Bild).

 

Am nächsten Tag ging es an Amsterdam vorbei Richtung Belgische Grenze, an sich nichts Besonderes, das einzig spannende ist der Fahrstil der Niederländer. Ich kann nicht gerade empfehlen, mit einem alten Auto ohne viel Beschleunigung in die Niederlande zu fahren, ein Land in dem es mir so vorkommt als ob E-Autos gerade genug beschleunigen können und Verkehrsschilder allenfalls eine Empfehlung für Fahranfänger sind. Das führte so manches Mal zu erschrecktem Zusammenzucken oder Bangen, ob auch ja keiner zu Schaden kommt.

Der folgende Tag verlief anders als geplant aber eigentlich viel besser… Vor uns fuhr ein Transporter und es stellte sich heraus, dass sich eine in Teile zerlegte große Blumenfigur darauf befand. Die Neugier packte uns und wir folgten dem Transporter. Schon bald schlossen sich mehr und mehr Fahrzeuge mit ähnlicher Ladung an und auch auf den Fußwegen liefen Leute mit ähnlich dekorierten kleinen Wagen rum. Alle strömten sie zu einem großen Parkplatz in dessen Nähe wir parkten und neugierig das Treiben beobachteten. Die Google Recherche ergab nur, dass ein paar Wochen zuvor hier in Zundert die weltweit größte Blumenparade stattgefunden haben musste, aber das hier sah nicht aus wie besagte Parade und das Datum passte auch nicht. Nach einiger Überwindung sprach ich einen der Anwohner an und erfuhr, heute sollte die Kinder Parade stattfinden. Im Gegensatz zu der großen ist diese kostenlos und mit rund 200 Wagen und bis zu 800 Kindern ebenfalls sehr sehenswert. Es ist, glaube ich, unnötig zu erwähnen, dass wir alle Pläne über den Haufen warfen und uns stattdessen die Parade ansahen. Eine beeindruckende Sache, alles mit Blumen dekoriert zu sehen. Und natürlich habe ich ein paar Fotos für Euch gemacht.